Liebe Mandanten, Geschäftspartner und Interessenten,

die Kreditvergabe ist und bleibt vermeintlich leicht und unbürokratisch. Dies könnte zukünftig aber zu einem echten Problem werden. Wohin das Ausblenden der Risiken durch die einfache und nicht vollumfänglich geprüfte Vergabe führen kann, hat uns nicht zuletzt die Finanzkrise im Jahr 2009 gezeigt. Unternehmen sollten sich nicht von diesen bequemen Kreditaufnahmen blenden lassen, sondern auf ihre Finanzstruktur achten, um nicht in eine Finanzabhängigkeit zu geraten.

Wenige denken im Vorfeld einer möglichen Finanzierung über den Einsatz von Fördermitteln nach, obwohl die Fördertöpfe der öffentlichen Hand prall gefüllt sind. Die Fördermöglichkeiten sind vielseitiger denn je, man muss sich nur im Fördermitteldschungel einen Durchblick verschaffen.

Mehr über die aktuelle Situation bei der Kreditvergabe und den sinnvollen Einsatz von Fördermitteln lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe „Informationen aus der Beraterpraxis 02/2019“.
Wir wünschen Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019.

Herzlichst


Ihr Carsten Müller


Eine bequeme Kreditaufnahme kann sich für Unternehmen auf Dauer rächen

 

Von Johannes Müller

Geschäftsführer
Johannes Müller Wirtschaftsberatung (BDU)

Sparkassenbetriebswirt

 

Die immer noch laxe Kreditvergabe der Banken kann zukünftig zu einem echten Problem werden. Dass Banken intensiv ihr Kreditgeschäft ausweiten, ist für sich genommen zwar noch kein Risiko. Vielmehr ist es die zu laxe Kreditvergabe im Rahmen von gelockerten Sicherheitsstandards, die für Banken und auch für Unternehmen in einem finanziellen Fiasko enden kann. Nicht umsonst warnt BaFin-Chef Felix Hufeld in diesem Zusammenhang vor einem perfekten Sturm.

Gelockerte Sicherheitsstandards - Kreditvergabe an Zombie-Unternehmen

Im Mittelpunkt der Kritik steht dabei in erster Linie die Vergabe von Krediten an die so bezeichneten "Zombies". So werden Unternehmen genannt, die längst nicht mehr profitabel respektive rentabel und überschuldet sind. Denn viele Banken vergeben auch dann an ein Unternehmen einen Kredit, obwohl dieses eigentlich nicht - aufgrund des eigenen Status Quo - umfassend die Rückzahlung gewährleisten kann.

Fehlsteuerung der Kreditvergabe verhindert einen Selbstreinigungsprozess am Markt
Eine derart verzerrte Kreditvergabe wirkt sich auch auf die Realwirtschaft aus. So erhöht die Fehlsteuerung der Kreditvergabe zum einen die Überlebenschancen unrentabler und überschuldeter Unternehmen, während zum anderen das Wachstum von gesunden Unternehmen beeinträchtigt wird. Im Normalfall lenken die Banken nämlich die Kredite von den langfristig nicht gesunden Unternehmen zu den profitablen Unternehmen um. Das sorgt dafür, die entsprechenden Produktivitätsunterschiede abzubauen. Erhalten die "Zombies" neben den bereits bestehenden Kreditlinien noch zusätzlich Geld von der Bank, wird dieser produktivitätssteigernde Prozess blockiert. Zusätzlich erhöht sich dadurch für die Kreditinstitute selbst das Risiko, dass Kredite letztlich nur teilweise oder überhaupt nicht zurückgezahlt werden können.

Die BaFin erwägt Maßnahmen gegen die aufgeweichten Kreditbedingungen
Die laxen Sicherheitsstandards im Zusammenspiel mit einem ausgeweiteten Kreditgeschäft sind allerdings kein Zufall und auch keine Willkür. Vielmehr geht es für die Banken um das Generieren von Gewinnen. Denn diesbezüglich sieht es eher dürftig aus. Viele Geldhäuser haben Probleme, nachhaltig Gewinn zu erzielen. Dieses Problem verstärkt sich, wenn die konjunkturelle Schönwetterperiode endet und es zu einem Wirtschaftsabschwung kommt. Für die Banken kann die unvorsichtige Kreditvergabe dann in Kombination mit geopolitischen Faktoren, einem Konjunkturabschwung oder zum Beispiel auch einem Einbruch bei den Immobilienpreisen verheerende Folgen haben. Die BaFin denkt hier im Hinblick auf die aufgeweichten Kreditbedingungen zurecht bereits an gegenwirkende Maßnahmen, wie beispielsweise an die Einführung von Extra-Kapitalpuffer für Immobilienkredite bzw. -risiken.

 

"Der lasche Umgang der Banken bei der Kreditvergabe hat auch die deutsche Bankenaufsicht BaFin auf den Plan gerufen. Auf dem Prüfstand stehen die Kreditvergabe-kriterien der Banken. Die Kreditkonditionen sind für ein Unternehmen als Kreditnehmer häufig überaus günstig. Diese neue Entwicklung im Finanzierungssektor birgt aber auch
Risiken und Gefahren."

Johannes Müller, Geschäftsführer Johannes Müller Wirtschaftsberatung (BDU)
 

 

Kreditgeschäfte verlagern sich hin zu regional agierenden Banken
Auch die Genossenschaftsbanken und Sparkassen haben im Jahr 2018 deutlich mehr Kredite als in den Jahren zuvor vergeben. Der Grund ist klar: durch Mehreinnahmen möchten die beiden Bankengruppen die aufgrund der chronischen Minizinsen entstandenen Einbußen abfedern. Hinzu kommt, dass sie auf diese Weise den großen Bankinstituten Kunden ausspannen. Insbesondere im Firmenkundengeschäft ist zu beobachten, dass viele mittelständische Unternehmen ihre Kredite jetzt von den Sparkassen oder Genossenschaftsbanken erhalten und nicht mehr bei Großbanken Kredite beantragen. Solange konjunkturell in Deutschland alles im Lot ist, geht diese Strategie durchaus auf. Gerät das Land aber in eine Rezession, müssen Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit Kreditausfällen sowie mit einem deutlichen Rückgang der Kreditnachfrage rechnen.

Kreditanforderungen wurden in den vergangenen Quartalen von den Banken schrittweise gelockert
Diese Probleme sind schlichtweg hausgemacht. Denn mit der Lockerung der Geldhäuser hinsichtlich der Sicherheitsstandards ihrer Darlehen und den kreditnehmerfreundlichen Konditionen haben sich die Banken selbst in diese prekäre Situation gebracht. Gerade die Covenants, die dem Kreditnehmer bestimmte Pflichten auferlegen, sind schrittweise gelockert worden. Und nicht nur das. Die Banken unterbieten sich so vehement bei den angebotenen Kreditkonditionen, dass die Margen extrem schrumpfen und nicht ausreichende Erträge mit dem Kreditgeschäft erwirtschaftet werden können. Bricht die Konjunktur dann tatsächlich ein, trifft dies insbesondere die Regionalbanken.

Die Aussagekraft der Unternehmenszahlen und -kennziffern wird nicht detailliert analysiert
Aus unserer Beraterpraxis wissen wir, dass viele unserer Mandanten sich wundern, wie leicht es aktuell ist, Kredite zu erhalten, selbst dann, wenn sich ein Unternehmen in einer durchaus schwierigen Situation befindet. Es fängt schon damit an, dass es reicht, wenn wenige und dabei nicht wirklich belastbare Unterlagen vorgelegt werden. Die aktuelle BWA sowie die Summen- und Saldenliste (kurz: SUSA) sind zwar nach wie vor zwingend erforderlich erforderlich, aber eine genaue Analyse der Zahlen hinsichtlich der Aussagefähigkeit unterbleibt offensichtlich in zahlreichen Fällen. Gerade in den Fällen, in denen die Vertriebsmitarbeiter der Banken selbst entscheiden können, passiert dies vergleichsweise häufig. Dieser lasche Umgang bei der Bewilligung eines Firmenkredits liegt neben den aufgeweichten Vergabekriterien durchaus auch an dem Stellenabbau im Sanierungsbereich. Dadurch sind jetzt zum Beispiel ehemalige Sanierer wieder als Vertriebsmitarbeiter tätig.

Vermeiden Sie eine explizite Finanzabhängigkeit
Eine derart bequeme Kreditaufnahme sehen wir aber nicht unbedingt als optimale Lösung an. Auf Dauer kann sich ein solches Vorgehen bitter rächen, wie es vielfach nach der letzten Finanzkrise der Fall war. Dieses sollten alle noch in Erinnerung behalten. Denn viel wichtiger ist es, immer erst einmal auf die Finanzstruktur und nicht auf einfache Lösungen zu achten. Nur so können Sie sicher gehen, dass die Nachhaltigkeit der Fremdfinanzierung durch eine Bank gewahrt wird. Bemühen Sie sich daher immer um eine kompetente, möglichst unabhängige Beratung, wenn es um die Aufnahme eines Kredites geht. Denn was haben Sie letztendlich davon, leichtfertig die Finanzierungs- und Sicherheitsstruktur zu verändern, die später dann wieder in eine Finanzabhängigkeit mündet? Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir: Die meisten Unternehmer möchten genau dies in Wirklichkeit vermeiden.
 

"Ein hohes Kreditwachstum verschafft den Banken kurzfristig Rentabilität. Diese wird dringend benötigt, um die durch die Digitalisierung, einen zu hohen Personalstand, Umstrukturierungsmaßnahmen, das Aufgeben einzelner Filialen und vor allem die durch die Niedrigverzinsung entstehenden Erlösschmälerungen auszugleichen. Die Risiken durch die einfache und nicht vollumfänglich geprüfte Vergabe von Krediten werden dabei aktuell oftmals ausgeblendet."

Johannes Müller, Geschäftsführer Johannes Müller Wirtschaftsberatung (BDU)

 

Förderung und Finanzierung Ihres Unternehmens - Aus vollen Töpfen schöpfen

 

Von Michael Wandt

Kooperationspartner der
Johannes Müller Wirtschaftsberatung (BDU)

Dipl.-Wirtsch.-Ing.
Direktor Fördermittelmanagement
 

RWP- und GRW-Mittel sind Förderprogramme der Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. RWP steht für „Regionales Wirtschaftsförderungsprogramm“ und GRW steht für "Gemeinschaftsaufgabe: Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur". Mit diesen Instrumenten sollen strukturschwache Regionen unterstützt werden, um mit dem Ausgleich ihrer Standortnachteile Anschluss an die allgemeine Wirtschaftsentwicklung zu finden und regionale Entwicklungsunterschiede abzubauen. Förderschwerpunkt ist die Unterstützung der regionalen Investitionstätigkeit. Innerhalb der gewerblichen Förderung werden direkte Zuschüsse zu den Investitionskosten privater Unternehmen zur Verfügung gestellt. Somit sollen Einkommen und Beschäftigung in den strukturschwachen Regionen erhöht werden zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen.

 

Die Fördermittelperiode endet im Jahr 2020
Die Fördergebiete sind für die Jahre 2014 bis 2020 festgelegt worden. Nach Ablauf der aktuellen Förderperiode werden die Fördergebiete neu abgegrenzt und Unternehmen, die heute noch in Fördergebieten liegen, können dann in der neuen Förderperiode schon von diesen Fördermöglichkeiten ausgeschlossen sein. Ein Grund mehr, sich jetzt schon die Fördermittel bis Ende 2020 zu sichern, und nach und nach abzurufen. Antrags-berechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft.
 

Bezuschusste Unternehmen gehören zu den Besten
Unternehmen, die bereits Förderprogramme in Anspruch genommen haben gehören zu den besten 25 Prozent ihrer Branche, trotzdem sind es nur 5 Prozent, die jährlich einen Förderantrag stellen. Das Jahr 2019 ist „jung“ und die Töpfe sind alle gefüllt und zum Teil noch nicht freigegeben worden. Die Gelder für das Jahr 2019, die den Unternehmen zustehen, werden zum großen Teil für neue Anträge vergeben, die in der ersten Jahreshälfte gestellt werden.


Durchblick im Fördermitteldschungel
Oft fehlt die Zeit, um durch die Vielzahl von Programmen und Informationen zu finden. Bei der Beantragung und Dokumentation kommt es häufig auf Detailfragen an. Man muss geschickt vorgehen, um die Fördermittel voll auszuschöpfen und Fehler zu vermeiden. Die Fördermittelexperten der Johannes Müller Wirtschaftsberatung mit ihrer langjährigen Erfahrung prüfen, ob und wie viele Gelder für die von Ihnen geplanten Maßnahmen zur Verfügung stehen.
 

"Diejenigen Unternehmen, die einen Fördermittelantrag stellen, gehören zu den besten 25% ihrer Branche,
aber nur 5% aller Unternehmen stellen einen Antrag. Die Töpfe sind gefüllt und werden zum großen Teil für neue Anträge in der ersten Jahreshälfte vergeben"

Michael Wandt, Kooperationspartner der Johannes Müller Wirtschaftsberatung (BDU)
 

 

Sie sparen Zeit: Fördermittel beantragen kostet Zeit. Die notwendigen Fleißarbeiten erledigen wir für Sie und Sie konzentrieren sich auf die wesentlichen Punkte.

Sie erhalten einen schnellen Überblick: In NRW und Niedersachsen gibt es derzeit insgesamt 1562 Förderprogramme, davon sind 1294 Zuschussprogramme. Für ein durchschnittliches Investitionsvorhaben gelten in der Regel rund 30 dieser Förderprogramme. Sie suchen mit uns diese passenden Programme heraus.

Wir machen Ihren Zuschuss groß: Wir entwickeln Ihre Anspruchsbasis mit Pauschalen und Zuschlägen und wenden den jeweils höchsten Förderanteil an. So können aus 35 auch 62 Prozent Zuschuss Ihrer tatsächlichen Kosten werden. (Das ist eine Erhöhung um 77 Prozent.)

Wenn Sie sich in einer der folgenden Fragen wiederfinden, können Sie mit uns direkt über die Förderung Ihres Unternehmens sprechen:

  • Soll Ihr Unternehmen wachsen?
  • Wollen Sie die Kosten reduzieren?
  • Sollen Ihre Mitarbeiter besser qualifiziert werden?
  • Planen Sie Innovationen?


Durch die besondere Situation aus dem abgelaufenen Jahr 2018 (später Haushalt, auslaufende Förderungen, wenige Anträge) könnten Sie sich jetzt Ihren Anteil an den Fördermitteln sichern und für die nächsten Jahre den Grundstein für eine erfolgreiche Förderung und Finanzierung Ihres Unternehmens legen.

SPOT

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Workshop / Finanzkommunikation und Finanzierung
Finanzkommunikation im Zeitalter der Digitalisierung

Referent: Johannes Müller

Freitag, 14. Juni 2019, 09:00 – 17:00 Uhr, Bünde
Samstag, 15. Juni 2019, 09:00 – 14:00 Uhr, Bünde
 

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Seminar Finanzkommunikation
Erfolgreiche Gespräche mit Kapitalgebern

Referent: Johannes Müller

Donnerstag, 12.September 2019, 09:00 – 13:00 Uhr
IHK Hannover, Schiffgraben 49, 30175 Hannover

 

Artikel im PDF Format:

Informationen aus der Beraterpraxis 02_2019