Kompetenzbereiche: Nachfolge / Mergers und Acquisitions
Johannes Müller

Due Diligence: Risiken minimieren bei Unternehmenskauf oder –nachfolge

von Carsten Müller

Wenn Kunden nicht zahlen: Forderungsausfälle versichern – Liquidität sicherstellen

Wenn Sie bei einem Unternehmenskauf keine Risiken eingehen oder diese zumindest reduzieren möchten, sollten Sie sich nicht mit Kompromissen zufrieden geben. Ob verzwickte Kundenbeziehungen, unattraktive Lieferverträge, hohe Abfindungssummen, hohe Vakanzen oder zum Beispiel Steuernachforderungen - Risiken und Stolperfallen gibt es viele. Daher ist vor dem Kauf eines Unternehmens eine mit gebotener Sorgfalt durchgeführte Risikoprüfung unabdingbar. Diese Risikoprüfung wird als Due Diligence bezeichnet. Und diese ist für den Unternehmenskauf sowie auch für die Unternehmensnachfolge von höchster Wichtigkeit.

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Risiken und möglichen Hürden gezielt vorbeugen

Fakt ist, Kaufinteressenten tragen ein erhebliches Risiko, wenn im Unternehmen Pensionsverpflichtungen bestehen. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Risiken in der Regel nicht leicht aufzudecken sind. Denn die jeweiligen Risiken lassen sich nur sehr schwer in Zahlen ausdrücken. Schließlich geht es hier um ungewisse Verbindlichkeiten, die mit vielen Unwägbarkeiten und Eventualitäten verbunden sind und dabei nicht die tatsächlichen Verpflichtungen für eine Firma abbilden.

Die Geschäftsführung weiß nämlich überhaupt nicht, wann entsprechende Versorgungsleistungen fällig werden. So kann theoretisch bereits in einer Woche eine Berufsunfähigkeitsrente oder zum Beispiel eine Witwenrente fällig werden. Genauso gut ist es aber möglich, dass Versorgungsleistungen dieser Art erst in einigen Jahren erfolgen werden. Ein weiteres Problem: Aufgrund der medizinischen Entwicklung und der damit einhergehenden höheren Lebenserwartung ist auch die Zeitspanne der Erbringung von entsprechenden Zahlungen nicht eingrenzbar.


So funktioniert die Due Diligence in der Praxis

In der Praxis lässt sich eine umfassende Due Diligence im Hinblick auf die Vorgehensweise in insgesamt drei Stufen bzw. Phasen einteilen.

Stufe I:
Zu Beginn der Due Diligence sollte immer das Geschäftsmodell des Unternehmens durch den potenziellen Erwerber sorgfältig analysiert und bewertet werden.

Stufe II:
Anschließend folgt die so bezeichnete Commercial Due Diligence (CDD). Im Grunde genommen fungiert die CDD im jeweiligen Transaktionsumfeld als echte Königsdisziplin. Im Fokus steht dabei die umfassende Prüfung des entsprechenden Zielunternehmens. Die Prüfung erfolgt dabei stets aus Kunden-, Wettbewerbs- und Marktsicht im Vorfeld eines avisierten Unternehmenskaufs. Die ausführliche Analyse der Geschäftstätigkeiten sowie das Kundenverhalten und das Marktumfeld dienen hierbei als Prüfungsbasis.

Sorgfältig beleuchtet wird zudem auch die Positionierung der Firma im heutigen und im zukünftigen Geschäfts- sowie Wettbewerbsumfeld. Dabei stellt die Commercial Due Diligence aktuell die einzige Analysedisziplin dar, durch die Aussagen zur Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens getroffen werden können. Und genau darum geht es letztendlich auch. Schließlich wird ein Unternehmen in der Regel deshalb gekauft, weil sich der Erwerber eine positive Entwicklung für die Zukunft verspricht. Als integrale Bestandteile des Instrumentariums nutzen unsere CCD-Spezialisten vorzugsweise die Stärken- und Schwächenanalyse sowie die Chancen- und Risikoanalyse respektive die SWOT-Analyse.

Stufe III:
Innerhalb dieser Phase verschafft sich ein Käufer einen noch detaillierteren Einblick in das Unternehmen. Gewährleistet wird dies durch die Financial, Tax und Legal Due Diligence (Kasten rechts). Als erfahrene Wirtschaftsberatung nutzen wir zudem zahlreiche weitere Prüfungsverfahren. Hierbei handelt es sich beispielsweise um die Operational und Strategic Due Diligence, um die Environmental und Intellectual Property Due Diligence oder etwa die HR sowie IT Due Diligence. Dafür kommen je nach Bedarf und Anforderungsprofil beispielsweise unsere angeschlossenen Rechts- und Steuerspezialisten zum Einsatz.


Zeitfaktor: Eine Due Diligence kann wenige Tage oder auch mehrere Wochen in Anspruch nehmen

Durch digitale Datenräume sind die einzelnen Prozesse bei der Durch-führung der Due Diligence weitaus einfacher und effizienter geworden. Alle benötigten Informationen können online gesammelt, bedarfsgerecht bearbeitet und mit anderen Zugriffsberechtigten geteilt werden. Je nach Unternehmensgröße und -komplexität kann eine sorgfältige Risikoprüfung einen Zeitraum von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen in Anspruch nehmen. Wichtig ist zudem, dass die Vorgehensweise bei einer sorgfältigen Due Diligence in der Form erfolgt, dass der laufende Geschäftsbetrieb des geprüften Unternehmens nicht beeinträchtigt wird.